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- Inhalt im A4-Format drucken [...mehr] Dr. Georg Kronawitters A bis Z: Bahnkonzept München 2010: innovativ - lösungsorientiert - finanzierbar - nachhaltigVerwandte Themen: [Verkehr] [MVV] [S-Bahn] [U-Bahn] |
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Innovative AlternativenWenn man sich nur auf die ursprüngliche Aufgabenstellung der 2. S-Bahnstammstrecke beschränkt, gibt es ein zeitgemäßeres, überlegenes Konzept, das besonders auf die Synergie zwischen U- und S-Bahn setzt:
Die 5 Schwächen der aktuellen Planung einer 2. S-Bahnstammstrecke1. Die Abkehr vom 10-Minuten-TaktDie ursprüngliche Aufgabenstellung für eine 2. Ost-West-S-Bahnstamm-Strecke bestand darin, die nötige Kapazitätsergänzung zu liefern, um auf allen S-Bahn-Außenästen in der Hauptverkehrszeit einen attraktiven 10-Minuten-Takt anbieten zu können. Bei sieben Außenästen westlich der Isar erzeugt dieses Angebot eine stündliche Stammstreckenbelastung am "Isarschnitt" von 42 (=7x6) Zügen pro Stunde und Richtung. Die fünf Außenäste östlich der Isar erzeugen dagegen eine Querschnittsbelastung von lediglich 30 Zügen pro Stunde und Richtung. NB: Bereits hier zeigt sich die ausgeprägte Westlastigkeit des Münchner S-Bahn-Systems. Die erste Südring-Studie der Stadt München von 1995 sah in Abstimmung mit der DB sogar noch eine zusätzliche 20-Minuten-Pendel-S-Bahn zwischen Pasing und dem Ostbahnhof und somit 45 Züge pro Stunde und Richtung vor, die sich im Verhältnis 33:12 auf die alte Stammstrecke und auf den S-Bahn-Südring verteilen sollten. Das derzeit als einziges realisierbare ermittelte Betriebskonzept 6T sieht dagegen einen 15-Minuten-Takt vor, der lediglich auf einzelnen Ästen durch ein Express-Zugkonzept ergänzt wird ( PDF-Version der Vergleichsuntersuchung Nov. 2009). Statt der ursprünglich geplanten 45 Zugpaare in der Hauptverkehrszeit queren nur noch 33 Zugpaare die Isar - somit in zwei Tunnels genausoviel, wie 1995 für einen Tunnel geplant war. Und nur drei Zugpaare mehr als die 30, die der ertüchtigte "alte" Tunnel seit 2005 bewältigt. 2. Enttäuschender verkehrlicher Nutzen einer 2. StammstreckentunnelsErnüchterung macht sich breit, wenn man den verkehrlichen Zusatznutzen der 2. Stammstrecke betrachtet: so werden in der günstigsten Prognose im Stadtgebiet München maximal 13.500 zusätzliche Fahrten ermittelt, im gesamten MVV-Gebiet sind es gerademal 50.000 bei heute über 800.000 täglichen Fahrten mit der S-Bahn. Dieser Zuwachs wird erkauft durch eine Entwertung vorhandener Infrastruktur: so nimmt der 2. Tunnel dem 1. Tunnel über 80.000 Fahrgäste täglich weg. 3. "Rechts der Isar" hat der 2. Stammstreckentunnel schon seit 2005 keine verkehrliche Aufgabe mehrSeit Dez. 2005 - nach Abschluss des 520-Millionen-DM-Ertüchtigungsprogramms des Freistaats Bayern - ist die 1. Stammstrecke so leistungsfähig, dass sie jegliche Angebotsverbesserung in der Region München "rechts der Isar" locker aus dem Ärmel schütteln kann - bis hin zu einem flächendeckenden 10-Minuten-Takt. Denn die heutige Tunnel-Kapazität von 30 S-Bahn-Zügen pro Stunde und Richtung reicht für eine derartige Bedienung der fünf Ost-Äste exakt aus. Die heutigen 21 stündlichen S-Bahn-Fahrten in diese Region könnten - ohne jeglichen Tunnelengpass - noch durch 9 zusätzliche Fahrten verstärkt werden, was einer Reserve von satten 42,8% entspricht. Stockt man zusätzlich alle heutigen (zweiteiligen) Vollzüge zu (dreiteiligen) Langzügen auf, lassen sich weitere 33% Reserven mobilisieren [Beleg]. Da kann man die prognostizierten 10 % Bevölkerungszuwachs in der Region wirklich gelassen sehen. Fazit: Eine zweite Stammstrecke hätte verkehrlich nur zwischen Pasing und dem Marienplatz noch eine Berechtigung, wenn man auf allen 7 Westästen einen 10-Minuten-Takt zugrundelegt. 4. "Links der Isar" stellt die U-Bahn-Verlängerung nach Pasing die bessere Zuverlässigkeits-Variante darWährend der Ostbahnhof seit 1988 durch die U5 eine zweite Schnellbahnverbindung zur Innenstadt hat und somit gegen eine Stammstreckenstörung weitgehend immunisiert ist, hängt das westliche Pendant Pasing nach wie vor zuverlässigkeitsmäßig "in der Luft" wenn die Stammstrecke gestört ist. Der zweite S-Bahntunnel bietet aber nur bis Laim eine Alternative. Der lange Abschnitt zwischen Laim und Pasing ist weiterhin nicht abgesichert. Stellwerk-, Stromversorgungs- und Computer-Pannen sowie gravierende Personenunfälle setzen auch den 2. Tunnel schachmatt. Hierzu reichen aber auch Hinweise, dass an den gleisen spielende Kinder gesichtet wurden (siehe AZ vom 12.03.2010 Details). Alle diese Nachteile werden vermieden, wenn die U5 bis nach Pasing geführt wird. 5. U-Bahn-Verlängerung mit Zwei-System-Betrieb oder: "es wächst zusammen, was zusammengehört"Die U-Bahn-Vollendung nach Pasing löst zwar das Störfallproblem für Pasing perfekt, aber um alle vier S-Bahn-Äste westlich von Pasing statt der heutigen 2 Äste im 10-Minuten-Takt zu betreiben, bedarf es mehr. Aber auch hier ist die U-Bahn hilfreich. Man muss das U-Bahnnetz in Pasing nur geschickt mit dem S-Bahn-Netz verbinden und so genannte Zweisystem-Fahrzeuge auf der U-Bahn einsetzen, die technisch in der Lage sind, auch unter Oberleitung zu fahren. Derartige Fahrzeuge werden in Hamburg und in Athen mit großem Erfolg eingesetzt. |
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[Anfang] Ein besseres StörfallkonzeptDie Mär von den verschwindenden StörungenDie Befürworter der 2. Stammstrecke suggerieren, dass mit dem "Bypass" zur 1. Stammstrecke Störung auf dieser keine Auswirkungen mehr auf die Zuverlässigkeit hätten, weil die Züge dann ja den 2. Tunnel benutzen könnten. Diese Erwartung ist weitgehend unzutreffend: erstens können bestimmte Linien den 2. Tunnel gar nicht benutzen, zweitens bedient der 2. Tunnel etliche Innenstadt-Staionen der 1. Strecke nicht mehr. Gravierender ist aber ein grundlegender Denkfehler: nicht Stammstreckenstörungen sind heute das Problem der S-bahn, sondern Störungen auf den Außenästen und Störungen in zentralen Komponenten wie z.B. Stellwerke. Während Fahrgäste auf Stammstrecken-Störungen auf durch Benutzung von U-Bahnen und Trams im Innenstadtbereich flexibel reagieren und nur etwas mehr Fahrzeit spendieren müssen, sind Störungen auf den Außenästen ausgesprochen ärgerlich, da in diesen Bereichen die S-Bahn das einzige Verkehrsmittel ist. Ein Paradigmenwechsel ist also angesagt! Außenäste ertüchtigenDie Analyse der S-Bahnstörungen 2008/9 hat gezeigt, dass von der Störanzahl her die Stammstrecke zweitrangig ist, viel häufiger sind Störungen auf den Außenästen (Details). Die erste Aufgabe aller Verantwortlichen ist es daher, die Störursachen auf den Außenästen wirksam zu bekämpfen. Erreichbarkeit des U-Bahn-Netzes absichernDas Störfallkonzept der Münchner S-Bahn ist in den letzten Jahren deutlich besser geworden. Man verfolgt erkennbar das Ziel, das die S-Bahnen möglichst eine U-Bahnstation erreichen sollten, um das Schnellbahnnetz für den Fahrgast aufrechtzuhalten. Das ist absolut richtig, das sollte nur konsequent weitergeführt werden. D.h. bei einer Stammstreckenstörung sollte jeder S-Bahn-Außenast mindestens eine U-Bahn-Station anfahren können, die außerhalb der Stammstrecke liegt. Hier wäre es wichtig, die Anfahrbarkeit des Ostbahnhofes und des Bahnhofes Pasing. [Anfang] [Anfang] Der Nordtunnel - das MultitalentAlle bisherigen Planungen und Überlegungen bieten keine Lösung für die dringend notwendige Verbesserung der Kapazität auf der S1-Strecke zwischen Laim und Freising. Die S1 ist die stärkste S-Bahn-Linie und muss dennoch schon seit Jahrzehnten auf den dringend benötigten 10-Minuten-Takt verzichten. Ein durchgehender 4spuriger Ausbau stößt insbesondere bei den Ortsdurchfahrten von Oberschleißheim, Unterschleißheim, Lohhof und Neufahrn aber auch im Münchner Norden auf massiven Widerstand und wird sehr teuer werden.
Genau an dieser Problematik setzt der Nordtunnel-Vorschlag von VIEREGG-RÖSSLER [Details] an. Hierunter verbirgt sich ein Innenstadt-Tunnel, der vom Hauptbahnhof über die Münchner Freihat nach Freimann reicht und im Mischbetrieb von S-Bahnen, ICEs und Regionalexpresszügen benutzt werden kann. Deratige Tunnels gibt es z.B. in Zürich. Der Nordtunnel löst schlagartig eine Reihe von Aufgaben im Münchner Norden und bietet als einziges Konzept eine vernünftige Fernzugverbindung zwischen dem Münchner Hauptbahnhof und dem Flughafen an, bei dem beide Stationem auf einem Linienweg bedient werden. Das leisten alle anderen Fulghafenanbindungskonzepte, die im Flughafen-Gutachten untersucht wurden, nicht. Der Nordtunnel verbessert aber auch das S-Bahn-System, da er z.B. erlaubt die aus dem Süden kommende S7 konseuqent über den Hauptbahnhof nach Norden zu verlängern und damit auch die die der U9-Spange zugedachten innerstädtischen Erschließungsfunktionen zu übernehmen. Bereits in der "light"-Version kämen diese Funktionen zum Tragen. Ich bitte Sie, sich bei weitergehendem Interesse direkt auf der [VR-Homepage] zu informieren. Festzuhalten ist, dass sich das von mir vertretene U-Bahn-Verlängerungskonzept mit seiner Lösung des "West-Problems" ideal verträgt mit dem "Nordtunnel"-Konzept von VEIREGG-RÖSSLER. [Anfang] Die richtige Einfädelung der "Sendlinger Spange"[Anfang] ÜFEXe kannibalisieren Flughafen-S-BahnenSeit November 2010 ist der Schlussbericht zur Überprüfung des Bedarfsplan Bundesverkehrswege (800 S.) veröffentlicht. Den kompletten Bericht gibt es zum Runterladen [hier] ( 35 MB PDF ). Er enthält aus Münchner Sicht einige "Hämmer": Weing bekannt ist, dass die vier ÜFEXe aus dem Westen auch die S8 aus dem Flughafenbahnhof vertreiben werden und diese daher am neuen Wendebahnhof Hallbergmoos Endstation hat (Baukosten: 10 Mio Euro). Das bedeutet nichts anderes, als dass die alte Münchner S-Bahnstammstrecke mit ihrer hervorragenden Innenstadtanbindung weder im Westen noch im Osten eine umsteigefreie Verbindung zum Flughafen haben wird! Von dem Schlussbericht sind die München-relevanten Ausschnitte hier online gestellt:
Auf Seite 9 - 252 im "Bahnknoten München"-Dokument findet sich der Beleg für meine Aussagen. [Anfang] [Anfang] [Anfang] [Anfang] [Anfang] Verwandte Themen[Verkehr] [MVV] [S-U-Bahn] [U-Bahn] [Bahnsteigtüren]Links[S-Bahn München in Wikipedia]Quellen/S1997/ Pospischil R., Rudolph E: S-Bahn-München. Alba-Verlag, 1997 |